Praxis: 3/19

Welches Wegrecht gilt?

Hinter dem kürzlich herausgekommenen «Waldknigge» steht auch der Pferdesportverband: Respektvoll und rücksichtsvoll sollen Besuche im Wald wie auf offenem Feld sein. Foto: Heidi Wetstein

So schön ein Weg für Pferdebeine auch sein könnte, ob Reiten erlaubt ist, hängt vom Eintrag im Grundbuch ab.

Freies Reiten – ein Genuss, der nur im offenen Gelände zu erleben ist. Ein respektvolles Nebeneinander wird auf immer enger werdendem Raum immer wichtiger.

Auf Initiative der «Arbeitsgemeinschaft für den Wald» ist ein «Knigge für den respektvollen Waldbesuch» entstanden. Am Flyer hat auch der Pferdesportverband mitgewirkt und ihn an seine Mitglieder verteilt. Doch was für den Wald gilt, ist im offenen Gelände nicht weniger zu beachten. Doch was tun, wenn  Grundeigentümer Pferde und Reiter nicht mögen? Wenn ein in früheren Jahren eingetragenes öffentliches Fusswegrecht Reitern aberkannt wird? Fusswege sind oft ohne Hartbelag und wären pferdegerecht. Infolge von Sperrungen von Fusswegen durch Grundeigentümer müssen oft lange und stark frequentierte Wege auf  Hartbelägen beritten werden.
Was aber sagt das Gesetz dazu? Strassen und Wege sind grundsätzlich öffentlich und dürfen beritten werden, auch Wanderwege. Handelt es sich jedoch ausdrücklich um «Fusswege», die auch so beschildert sind, haben Pferde dort nichts zu suchen. Hier ist wichtig, mit der zuständigen Gemeinde zu sprechen, weshalb es ein spezieller Fussweg ist und ob dieser nicht auch für andere Nutzer geöffnet werden könnte. Handelt es sich um einen Privatweg, sind die Grundeigentümer frei, Reiterinnen und Reitern den Durchgang zu verbieten. Ansonsten ist dies nur möglich mit einem sog. «richterlichen Reitverbot», das öffentlich ausgeschrieben werden muss.
Ist im Grundbuch ein sogenanntes «öffentliches Fusswegrecht» eingetragen, muss nachgeschaut werden, was genau damit gemeint ist: Ist es explizit ein «Fussrecht», darf man nur zu Fuss den Weg beschreiten? Es kommt also darauf an, was genau im Grundbuch eingetragen ist. Zum Beispiel bedeutet «öffentliches Wegrecht zu Gunsten der Gemeinde X», dass jeder zu Fuss, mit Velo, mit Auto oder mit Pferd den Weg benutzen darf. Handelt es sich um öffentliche Wege, dann gehört der Weg entweder der Gemeinde oder die Gemeinde hat den Privatweg «gewidmet» und damit ist der Weg öffentlich, darf also auch von Reiterinnen und Reitern begangen werden. Ein Eintrag ist im Gemeindeverzeichnis zu finden.

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